
Obwohl die Gesundheitserziehung lt. Rahmenlehrplan einen gewichtigen Anteil an den Unterrichtsinhalten darstellen sollte, kommt dieses Thema im Schulalltag viel zu kurz. Zu streng sind die Vorgaben für fachspezifische Inhalte in den Abschlussprüfungsfächern, die kaum Spielraum für Ausflüge in die Gesundheitserziehung lassen.
Immer mehr Schüler neigen entweder zu Fettleibigkeit oder zu extremen Untergewicht. „Normal-gewichtige“ Schüler sind mittlerweile in einzelnen Klassen die Ausnahme.
Diese Sachverhalte sind Anlass genug um im Projektunterricht, der eine ausgezeichnete Plattform für eine Gesundheitserziehung darstellt, die Grundpfeiler einer gesunden Lebensführung zu besprechen.
In Absprache mit der Klasse wurde im ersten Halbjahr das Thema „Ernährung“ ausgewählt.
Gruppen in der Stärke von vier bis sechs Schülern haben sich selbst einen Aspekt zu diesem Teilbereich ausgesucht, so dass es zu folgendem Themenkatalog kam.
1. Die Atkinson-Diat
2. Koffein in Lebensmitteln
3. Fast-Food Gewohnheiten der Mitschüler
4. Alkoholkonsum unter Jugendlichen
5. Bierkonsum unter Jugendlichen
6. Kalorienaufnahme von Mitschülern
Die Aufgabe bestand darin, sich mit Hilfe von verschiedensten Quellen Materialien zu besorgen, diese auszuwerten und ein Themen-Plakat zu entwerfen.
Da der Projektunterricht nur einstündig in der Woche stattfindet, gestaltete sich das Zusammentragen und Auswerten der Daten als sehr langwierig, da zu den Themen „Fast-Food Gewohnheiten der Mitschüler“, „Alkoholkonsum unter Jugendlichen“ und „Kalorienaufnahme von Mitschülern“ Fragebögen entwickelt, an alle Mitschüler ausgeteilt und anschließend mit Hilfe von Tabellen-Kalkulationsprogrammen analysiert und grafisch dargestellt wurden.
Während dieser Arbeiten bildete sich innerhalb der Gruppen eine Hierarchie. Einzelne Gruppenmitglieder haben sich als „Macher“ erwiesen, die einzelne Aufgaben an die anderen Gruppenmitglieder delegiert hatten. Dieser Prozess, ist unabdingbar für das Zusammenarbeiten in Gruppen. Deshalb haben die Schüler nicht nur inhaltlich von dieser Projektarbeit profitiert sondern auch ihre „Teamfähigkeit“, die in nahezu jedem Berufsfeld verlangt wird, geschult.
Zur gesunden Lebensführung gehört nicht nur die Ernährung, sondern auch ausreichende Bewegung. Aus diesem Grund stand das zweite Schulhalbjahr unter dem Motto „Zusammenhang zwischen Sport und Gesundheit“.
Zu diesem Thema wurden neue, kleinere Gruppen gebildet, die entweder Grundlagen aus der Sportbiologie, der Trainingslehre sowie den Zusammenhang zwischen einzelnen Sportarten und deren gesundheitlichen Einfluss zu bearbeiten hatten. Je nach Neigung und Interesse durften sich die Schüler auch hier ihre Themen frei wählen, die in Form eines Unterrichts an die Klassenkameraden weitergegeben wurden. Folgende Themen wurden behandelt:
- Grundlagen des Krafttrainings
- Ausdauertraining
- Muskelaufbau
- Der gesundheitliche Aspekt des Basketballs
- Der gesundheitliche Aspekt des Fußballs
- Der gesundheitliche Aspekt des Eishockeys
- Der gesundheitliche Aspekt von Airobic (Bauch-Beine-Po)
- Der gesundheitliche Aspekt des Kickboxens
- Koordinationsschulung
Für manche Schüler war es schwierig den Brückenschlag zwischen den Sportarten und der Gesundheitserziehung zu wahren. Dieses Problem wurde generell hervorragend gelöst, indem auf sportartspezifische Verletzungen und typische Trainingsmethoden und deren Auswirkungen auf den Bewegungsapparat und das Herz-Kreislaufsystem eingegangen wurde.
Als Glücksfall war zu betrachten, dass gerade zu den passenden Themen die Sporthalle nicht belegt war, da einige Klassen entweder auf Klassenfahrt nach Berlin oder im Skilager waren.
So waren wir in der Lage auf einen theoretischen einen praktischen Teil folgen zu lassen.
Erwähnenswert war, dass die Gruppe „Eishockey“ am späten Nachmittag einen Klassenausflug in die Eishalle organisierte, der mit viel Freude wahrgenommen wurde.
Da die Gesundheit unser wertvollstes Gut ist, benötigt die Gesundheitserziehung einen höheren Stellenwert im Bildungssystem. Allein der Projektunterricht ist annähernd in der Lage dies zu erfüllen. Da dieses Thema mit großem Interesse von der Klasse 10a behandelt wurde, spricht meines Erachtens nächstes Schuljahr nichts gegen eine Wiederholung des Themas „Gesundheitserziehung“ im Projektunterricht.